Hopfenernte 2015: Der Jahrhundertsommer – des einen Freud, des anderen Leid
28. Januar 2016Nein, das Bier wird nicht ausgehen. Das war wohl der häufigste Satz der traditionellen Hopfenrundfahrt am 27. August 2015 in der Hallertau. Hier versammelt sich jährlich das Who is who der Bierbranche. Brauereichefs, Hopfenbauern, Mitarbeiter von Verarbeitungs- und Zulieferbetrieben, Dozenten und Forscher der Bier- und Getränketechnologie, alle kommen sie zusammen, getrieben von der einen Frage, wie denn die Hopfenernte ausfallen wird.
Der letzte Somme
r war wie aus dem Bilderbuch, monatelanger Sonnenschein, Badewetter und unzählige Grillabende. All das wird komplementiert durch ein kaltes Bier, was vor allem die Brauereien erfreute. Aber nicht alle gingen als strahlende Gewinner daraus hervor. Zwar braucht der Hopfen, um zu wachsen, Wärme und Licht, jedoch eben auch Wasser. Geregnet hat es in dem Jahrhundertsommer nun mal leider nicht so viel. In der Hallertau, dem größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt, beginnt die Hopfenernte traditionell mit der Hopfenrundfahrt. Der Start- und Endpunkt war der idyllische Huberhof Airschwand. Die dort bekannt gegebenen Zahlen waren erschreckend. Die Hopfenbauern sollten dieses Jahr im Schnitt 30 Prozent weniger Ernte einfahren als im mittleren Durchschnitt der Vorjahre.
Doch es besteht kein Grund zur Sorge, wie der Vorsitzende des Verbands Deutscher Hopfenpflanzer e.V., Dr. Johann Pichlmaier, der Presse zu Beginn des Tages erklärte: Es werde weder der Bierpreis steigen noch würde eben das Bier ausgehen. Danach ging es weiter in das Hopfenforschungszentrum Hüll, zum familiengeführten Hopfenbetrieb Stanglmaier und wieder zurück zum Huberhof. Dabei wurde gezeigt, wie eine solche Hopfennot in Zukunft mit gezielter Düngung umgangen werden könnte. Auch die Züchtung von hitzeresistentem Hopfen mittels molekularbiologischer Methoden stand im Raum. Ein paar positive Überraschungen gab es jedoch auch, so trat ein bereits in Vergessenheit geratener Bitterhopfen wieder in den Vordergrund. Dieser sogenannte Wüstenhopfen erwies sich als besonders trocken- und hitzeresistent und fand daher wieder Verwendung. Der Tag endete mit einem gemeinsamen Umtrunk und Abendessen.
Rückblickend kann gesagt werden
Es musste kein Biernotstand ausgerufen werden, und die reichhaltige Ernte von 2016 trocknet schnell alte Tränen.





